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[1] Pistenmarkierungen und Zeichen
[2] Ausrüstungs- und VS- Gerätekontrolle
[3] Vorbereitung einer Tour
[4] Tipps zur richtige Einschätzung der Situation

 
   
Info
Touren und anschließende Backcountry Abfahrten sind die ursprüngliche Form des Snowboardens, jedoch wird das Snowboarden im freien Gelände zu einer immer größer werdenden Gefahr, da Boarder und Skifahrer das Level immer weiter überschreiten und sich und die Naturgewalten unterschätzen. Diese Rücksichtslosigkeit und mangelnde Erfahrung mit Pistenmarkierungen, Warnungen und der richtige Umgang mit Backcountryausrüstung führte in den letzten Jahren immer wieder zu schwer Lawinenunfällen.

Die folgenden 5 Punkte solltet ihr beachten, um einen sicheren und spaßigen Ablauf einer Backcountrytour zu gewährleisten.

 
Pistenmarkierungen und Zeichen
 

Lawinenwarnungen werden leider immer wieder von vielen Backcountryfreaks als störend und überflüssig empfunden, jedoch hat die Gegenwart dieser Schilde einen triftigen Grund und soll dein Leben schützen. Fahr also in keine gesperrten Hänge ein, auch wenn diese noch so verführerisch ausschauen.

 
 
Ausrüstungs- und VS- Gerätekontrolle
 
Backcountry Snowboarder und Skier sollten bei ihren Touren immer eine gewisse Standardausrüstung mit sich führen, welche vor jeder Tour auch ausgedehnt kontrolliert werden sollte.
In eurer Backcountry Grundausstattung sollten folgenden Tools und Werkzeuge auf keinen Fall fehlen:
  • VS- Gerät (457 kHz)
    Zur Ortung von Verschütteten – sollte direkt am Körper getragen werden und nicht im Rucksack


  • Lawinenschaufel
    Die Schneemoräne am Ende einer Lawine wird im komprimierten Zustand hart wie Stein und daher ist zur Bergung Verschütteter eine Schaufel unumgänglich.


  • Lawinensonde
    Perfekte Ergänzung zum VS- Gerät zur lokalen Ortung der Verschütteten


  • Erste Hilfe Paket
    Ein Muss für jeden Wintersportler!

 
Vorbereitung einer Tour
 
Es ist unabdingbar sich vor Start einer Backcountry Tour detaillierte Infos einzuholen. Zu diesen Informationen gehören der Lawinenlagebericht, Wetterbericht, topographische Karten und Insidertipps von Ortsansässigen oder Gebietskennern. Außerdem solltet ihr eure im vorigen Punkt erwähnte Ausrüstung auf Herz und Nieren testen bevor ihr aufbrecht.

Wichtig für eure Sicherheit ist, dass ihr nie vergesst die Schneezusammensetzung sowie lokale Lawinenwarnung (siehe Die offizielle Lawinengefahrenskala) zu beachten, da das Lawinenrisiko lokal stark variieren kann.

 
Tipps zur richtigen Einschätzung der Situation
 
Es gibt viele kleine Details, die, wenn sie gehäuft auftreten, zu einem verheerenden Lawinenunglück führen können, darum ist es lebenswichtig die folgenden Einzelheiten während einer Backcountry Tour sehr genau zu beachten.
  • Neigung des Geländes
    Eine Vielzahl der Lawinenunfälle ereignet sich in Gebieten mit einen Gefälle von mehr als 30 Grad. Bei widrigen äußeren Bedingungen kann dieser Grenzwert auch auf 25 Grad sinken.


  • Form des Geländes:
    Weniger Lawinengefährdete Geländeformen sind flache Hangrücken, weiteläufige Becken, flache Mulden, terrassenförmige Geländestufen und Rampen. Wobei es für diese Gebiete auch keinen allgemeingültigen Freifahrtschein gibt!


  • Stark Lawinengefährdete Geländeformen
    Offene Steilhänge (Neigung < 30 Grad), Schluchten und Gräben, Rinnen mit trichterförmigen Einzugsgebieten


  • Wettereinfluss
    Wind, Schneefall und extreme Temperaturveränderungen haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Sicherheit eines jeden Skigebietes. Bei starken Winden kann es zu unkontrollierbaren Schneeverwehungen und – verfrachtungen kommen, wodurch sich unterschiedlich dicke und dichte Schneedecken bilden, die unter starken, unberechenbarer Spannung stehen.



    Eine Erhöhung der Schneedecke durch Neuschnee ist immer verbunden mit einer Zunahme der Belastung für die Altschneedecke. Hierbei ist zu unterscheiden, ob der Schneezuwachs über eine kurze oder lange Periode stattgefunden hat. Bei viel Neuschnee in kurzer Zeit entstehen sehr starke Oberflächenspannungen, die oft nur durch Sprengungen der Bergwacht behoben werden können.


    Hohe Temperaturunterschiede haben ebenso wie Schneefall unterschiedliche Einflüsse auf die Lawinengefahr. Sprunghafte Temperaturerhöhungen (Föhn, Tauwetter, Regen, Temperaturen < 0°) erhöhen das Risiko genauso wie extrem niedrige Temperaturen. Der Unterschied besteht darin, dass „warmer“ Schmelzschnee (Sulz, Firn) stärker komprimiert ist als kalter, feiner Pulverschnee und somit auch eine höhere Dichte und ein höheres Gewicht besitzt.



  • Sicherheit während der Tour
    Sicherheitsmaßnahmen müssen und sollten schon vor Start der Tour getroffen worden, müssen aber auch spontan während der Tour getroffen werden.
    Elementare Sicherheitsmaßnahmen sind:


    Schaltet euren Lawinenbeeper ein und tragt ihn am Körper nicht im Rucksack!


    Vermeidet frische Triebschneeansammlungen!


    Vermeidet extrem steile Hänge bei hohen Lawinenwarnstufen (ab Stufe 3)!


    Beachtet tageszeitabhängige Temperaturänderungen!


    Checkt kontinuierlich die Verhältnisse während eurer Tour!

Wenn ihr nun all diese Tipps bei der Auswahl eurer Touren beachtet und euch eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Lawinen und riskanten Situationen angeeignet hat, wird der Backcountryspass zum wahren Genuss und ihr erlebt das essentielle am Snowboarden (Skifahren): Eins zu sein mit der Natur und die naturgegebenen Vorzüge der Berge zu eurem Vorteil zu nutzen! Aber vergesst eines nie, so schön sich die Natur im Winter präsentiert, sie ist stärker als du!

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