| Touren und anschließende Backcountry Abfahrten
sind die ursprüngliche Form des Snowboardens, jedoch wird
das Snowboarden im freien Gelände zu einer immer größer
werdenden Gefahr, da Boarder und Skifahrer das Level immer weiter
überschreiten und sich und die Naturgewalten unterschätzen.
Diese Rücksichtslosigkeit und mangelnde Erfahrung mit Pistenmarkierungen,
Warnungen und der richtige Umgang mit Backcountryausrüstung
führte in den letzten Jahren immer wieder zu schwer Lawinenunfällen.
Die folgenden 5 Punkte solltet ihr beachten, um einen sicheren
und spaßigen Ablauf einer Backcountrytour zu gewährleisten.
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| Pistenmarkierungen und Zeichen |
Lawinenwarnungen werden leider immer wieder
von vielen Backcountryfreaks als störend und überflüssig
empfunden, jedoch hat die Gegenwart dieser Schilde einen triftigen
Grund und soll dein Leben schützen. Fahr also in keine
gesperrten Hänge ein, auch wenn diese noch so verführerisch
ausschauen.
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| Ausrüstungs- und VS-
Gerätekontrolle |
Backcountry Snowboarder und Skier sollten bei
ihren Touren immer eine gewisse Standardausrüstung mit
sich führen, welche vor jeder Tour auch ausgedehnt kontrolliert
werden sollte.
In eurer Backcountry Grundausstattung sollten folgenden Tools
und Werkzeuge auf keinen Fall fehlen:
- VS- Gerät (457 kHz)
Zur Ortung von Verschütteten – sollte direkt
am Körper getragen werden und nicht im Rucksack
- Lawinenschaufel
Die Schneemoräne am Ende einer Lawine wird im komprimierten
Zustand hart wie Stein und daher ist zur Bergung Verschütteter
eine Schaufel unumgänglich.
- Lawinensonde
Perfekte Ergänzung zum VS- Gerät zur lokalen Ortung
der Verschütteten
- Erste Hilfe Paket
Ein Muss für jeden Wintersportler!
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| Es ist unabdingbar sich vor Start einer Backcountry
Tour detaillierte Infos einzuholen. Zu diesen Informationen
gehören der Lawinenlagebericht,
Wetterbericht, topographische Karten und Insidertipps von Ortsansässigen
oder Gebietskennern. Außerdem solltet ihr eure im vorigen
Punkt erwähnte Ausrüstung auf Herz und Nieren testen
bevor ihr aufbrecht.
Wichtig für eure Sicherheit ist, dass ihr nie vergesst
die Schneezusammensetzung sowie lokale Lawinenwarnung (siehe
Die
offizielle Lawinengefahrenskala) zu beachten, da das Lawinenrisiko
lokal stark variieren kann.
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| Tipps zur richtigen Einschätzung
der Situation |
Es gibt viele kleine Details, die, wenn sie gehäuft
auftreten, zu einem verheerenden Lawinenunglück führen
können, darum ist es lebenswichtig die folgenden Einzelheiten
während einer Backcountry Tour sehr genau zu beachten.
- Neigung des Geländes
Eine Vielzahl der Lawinenunfälle ereignet sich in Gebieten
mit einen Gefälle von mehr als 30 Grad. Bei widrigen
äußeren Bedingungen kann dieser Grenzwert auch
auf 25 Grad sinken.
- Form des Geländes:
Weniger Lawinengefährdete Geländeformen sind flache
Hangrücken, weiteläufige Becken, flache Mulden,
terrassenförmige Geländestufen und Rampen. Wobei
es für diese Gebiete auch keinen allgemeingültigen
Freifahrtschein gibt!
- Stark Lawinengefährdete Geländeformen
Offene Steilhänge (Neigung < 30 Grad), Schluchten
und Gräben, Rinnen mit trichterförmigen Einzugsgebieten
- Wettereinfluss
Wind, Schneefall und extreme Temperaturveränderungen
haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Sicherheit
eines jeden Skigebietes. Bei starken Winden kann es zu unkontrollierbaren
Schneeverwehungen und – verfrachtungen kommen, wodurch
sich unterschiedlich dicke und dichte Schneedecken bilden,
die unter starken, unberechenbarer Spannung stehen.
Eine Erhöhung der Schneedecke durch Neuschnee ist immer
verbunden mit einer Zunahme der Belastung für die Altschneedecke.
Hierbei ist zu unterscheiden, ob der Schneezuwachs über
eine kurze oder lange Periode stattgefunden hat. Bei viel
Neuschnee in kurzer Zeit entstehen sehr starke Oberflächenspannungen,
die oft nur durch Sprengungen der Bergwacht behoben werden
können.
Hohe Temperaturunterschiede haben ebenso wie Schneefall
unterschiedliche Einflüsse auf die Lawinengefahr. Sprunghafte
Temperaturerhöhungen (Föhn, Tauwetter, Regen,
Temperaturen < 0°) erhöhen das Risiko genauso
wie extrem niedrige Temperaturen. Der Unterschied besteht
darin, dass „warmer“ Schmelzschnee (Sulz, Firn)
stärker komprimiert ist als kalter, feiner Pulverschnee
und somit auch eine höhere Dichte und ein höheres
Gewicht besitzt.
- Sicherheit während der Tour
Sicherheitsmaßnahmen müssen und sollten schon
vor Start der Tour getroffen worden, müssen aber auch
spontan während der Tour getroffen werden.
Elementare Sicherheitsmaßnahmen sind:
Schaltet euren Lawinenbeeper ein und tragt ihn am Körper
nicht im Rucksack!
Vermeidet frische Triebschneeansammlungen!
Vermeidet extrem steile Hänge bei hohen Lawinenwarnstufen
(ab Stufe 3)!
Beachtet tageszeitabhängige Temperaturänderungen!
Checkt kontinuierlich die Verhältnisse während
eurer Tour!
Wenn ihr nun all diese Tipps bei der Auswahl eurer Touren
beachtet und euch eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Lawinen
und riskanten Situationen angeeignet hat, wird der Backcountryspass
zum wahren Genuss und ihr erlebt das essentielle am Snowboarden
(Skifahren): Eins zu sein mit der Natur und die naturgegebenen
Vorzüge der Berge zu eurem Vorteil zu nutzen! Aber vergesst
eines nie, so schön sich die Natur im Winter präsentiert,
sie ist stärker als du!
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