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Quicklinks zu den anderen Bereichen

[1] Lawinenklassen
[2] Lawinengefahrenskala
[3] 7 falsche Theorien über Lawinen
[4] Drei lebenswichtige Regeln für das Backcountry

 
   
Info
In diesem Bereich werde ich versuchen die Natur der Lawine an sich näher zu bringen, damit ihr mit Hilfe dieses Wissens kritische Situationen besser einzuschätzen wisst. Der Lawinenbereich ist im Folgenden der Übersichtlichkeit wegen auf vier Unterseiten aufgeteilt. Diese vier Unterseiten beinhalten der Reihe nach eine detaillierte Lawinenklassifikation, die offizielle Lawinengefahrenskala, weit verbreitete, aber leider falsche, Gerüchte über Lawinen und zum guten Schluss 3 Lebenswichtige Regeln für Backcountry-Liebhaber und Freerider
 
[3] 7 falsche Theorien über Lawinen
 

1. Die Lawinengefahr ist stark von der Schneehöhe abhängig. Je mehr Schnee, desto höher das Risiko.

FALSCH
In schneearmen, kalten Wintern bildet sich in der Schneedecke eine labile, bodennahe Schwimmschneeschicht. Eine dünne Schneedecke mit herausragendem Gras, Steinen und Boden vermittelt ein trügerisches Sicherheitsgefühl.

 

2. Lawinen brechen nur in Höhenlagen ab und man muss schon sehr viel Pech haben, um von einer erwischt zu werden.

FALSCH
Spontanlawinen lösen sich meist nur bei höchster Gefahrenstufe und sind somit größtenteils unvermeidbar. Jedoch werden die meisten Lawinenunfälle von unvorsichtigen Menschen verursacht und sind selten die Folge von Spontanlawinen. Snowboarder und Skifahrer lösen Lawinen durch örtliche Belastungen an schwachen Stellen der Schneefläche aus und somit handelt es sich um eine kausale Gefahr, durch welche die „Trefferquote“ natürlich sehr viel höher ist als bei Zufallsereignissen.

 

3. Bei hohen Minusgraden kann es keine Lawinen geben.

FALSCH
Trockene Schneebretter können auch bei tiefsten Temperaturen ausgelöst werden. In kalten Wintern (> - 10° C) unterbinden tiefe Temperaturen die Setzung und Verfestigung, dadurch konserviert die Kälte eine bestehende Gefahr über längere Zeit, weil die Spannungen in der Schneedecke nicht abgebaut werden können. Es besteht akute Gefahr einer Staublawine. Langsames Steigen der Temperaturen kann diesem Prozess positiv entgegenwirken.

 


4. In Waldgebieten gibt es keine Lawinen.

FALSCH
Nur bei Waldgebieten, die zum Schutz für Besiedlungen angelegt wurden. Vereinzelt stehende Mono- und Mischkulturwälder vermitteln eine täuschende Sicherheit.

 

5. Kurzer Hang = geringes Risiko.

FALSCH
Eine Schneelawine mit 174 m3 (entspricht einer Lawine der Maße 20m x 17m x 0,5m) hat ein Gewicht von 20 bis 40t je nach Schneebeschaffenheit. Lebensgefährlich wird aber schon bei einem Bruchteil dieses Gewichtes.

 

6. Neuschnee setzt sich nach 2 - 3 Tagen und ist somit tragfähig und sicher.

FALSCH

Die Oberfläche hat sich stabilisiert, jedoch besteht immer noch ein hohes Lawinenrisiko z.B. einer Ober- oder Bodenlawine.

 

7. Bodenunebenheiten und rauer Untergrund sind eine sichere Grundlage.

FALSCH

Die sichere Grundlage gilt nur für die untersten Schneeschichten, wobei aber z.B. Oberflächenreif und Harschschichten eine ideale Gleitoberfläche bilden.

 
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