| In diesem Bereich werde ich versuchen die Natur
der Lawine an sich näher zu bringen, damit ihr mit Hilfe
dieses Wissens kritische Situationen besser einzuschätzen
wisst. Der Lawinenbereich ist im Folgenden der Übersichtlichkeit
wegen auf vier Unterseiten aufgeteilt. Diese vier Unterseiten
beinhalten der Reihe nach eine detaillierte Lawinenklassifikation,
die offizielle Lawinengefahrenskala, weit verbreitete, aber
leider falsche, Gerüchte über Lawinen und zum guten
Schluss 3 Lebenswichtige Regeln für Backcountry-Liebhaber
und Freerider |
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falsche Theorien über Lawinen |
1. Die Lawinengefahr ist stark von
der Schneehöhe abhängig. Je mehr Schnee, desto höher
das Risiko.
FALSCH
In schneearmen, kalten Wintern bildet sich in der Schneedecke
eine labile, bodennahe Schwimmschneeschicht. Eine dünne
Schneedecke mit herausragendem Gras, Steinen und Boden vermittelt
ein trügerisches Sicherheitsgefühl.
2. Lawinen brechen nur in Höhenlagen ab und
man muss schon sehr viel Pech haben, um von einer erwischt
zu werden.
FALSCH
Spontanlawinen lösen sich meist nur bei höchster
Gefahrenstufe und sind somit größtenteils unvermeidbar.
Jedoch werden die meisten Lawinenunfälle von unvorsichtigen
Menschen verursacht und sind selten die Folge von Spontanlawinen.
Snowboarder und Skifahrer lösen Lawinen durch örtliche
Belastungen an schwachen Stellen der Schneefläche aus
und somit handelt es sich um eine kausale Gefahr, durch welche
die „Trefferquote“ natürlich sehr viel höher
ist als bei Zufallsereignissen.
3. Bei hohen Minusgraden kann es keine Lawinen geben.
FALSCH
Trockene Schneebretter können auch bei tiefsten Temperaturen
ausgelöst werden. In kalten Wintern (> - 10° C)
unterbinden tiefe Temperaturen die Setzung und Verfestigung,
dadurch konserviert die Kälte eine bestehende Gefahr
über längere Zeit, weil die Spannungen in der Schneedecke
nicht abgebaut werden können. Es besteht akute Gefahr
einer Staublawine. Langsames Steigen der Temperaturen kann
diesem Prozess positiv entgegenwirken.
4. In Waldgebieten gibt es keine Lawinen.
FALSCH
Nur bei Waldgebieten, die zum Schutz für Besiedlungen
angelegt wurden. Vereinzelt stehende Mono- und Mischkulturwälder
vermitteln eine täuschende Sicherheit.
5. Kurzer Hang = geringes Risiko.
FALSCH
Eine Schneelawine mit 174 m3 (entspricht einer Lawine der
Maße 20m x 17m x 0,5m) hat ein Gewicht von 20 bis 40t
je nach Schneebeschaffenheit. Lebensgefährlich wird aber
schon bei einem Bruchteil dieses Gewichtes.
6. Neuschnee setzt sich nach 2 - 3 Tagen und ist
somit tragfähig und sicher.
FALSCH
Die Oberfläche hat sich stabilisiert, jedoch besteht
immer noch ein hohes Lawinenrisiko z.B. einer Ober- oder Bodenlawine.
7. Bodenunebenheiten und rauer Untergrund sind eine
sichere Grundlage.
FALSCH
Die sichere Grundlage gilt nur für die untersten Schneeschichten,
wobei aber z.B. Oberflächenreif und Harschschichten eine
ideale Gleitoberfläche bilden.
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