Slowride im Simmental

Slowride im Simmental

Das Simmental gehört zum Berner Oberland und liegt in einem Talabschnitt zwischen Gstaad und Adelboden. Gstaad ist bekannt durch das Palace Hotel (www.palace.ch), das vielleicht “beste” Haus im Alpenraum. Adelboden ist vor allem bekannt durch seinen überaus steilen Weltcup-Hang.

Das Simmental ist eine Sackgasse, die in Lenk (www.lenk.ch) endet. Das riesige Wildstrubelmassiv schließ das Tal ab und steht eindrucksvoll hinter dem Dorf. Lenk ist ein kleines, noch sehr ursprüngliches Dorf (ca. 2000 Einwohner). Die meisten Einheimischen leben im Sommer von der Landwirtschaft und der Holzverarbeitung für die vielen Holzchalets, die es in dieser Region zu bauen gibt. Im Winter wird ein Großteil der Lenker zu Skilehrern und Gastronomen. Die Offenheit und Freundlichkeit der Dörfler beeindruckt. Vorsichtig versuchen sie ihr Dorf der Zeit anzupassen, so gibt es seit ein paar Jahren ein modernes Programmkino, ein großes Schwimmbad mit Bergkulisse vor den Fenstern, das “Tipi”, ein kleines Apero-Zelt (Hochdeutsch: Aprés-Ski-Treff-Zelt), etc. Die Mischung von Alt und Neu ist geglückt und wer nicht den großen Trubel sucht, wird sich hier wohlfühlen.

Die Skigebiete Adelboden und Betelberg gelten als die südlichsten Wintersportgebiete der Nordalpen und haben häufig das sonnigere Wetter der Südalpen, aber den vielen Schnee der Nordalpen.

Es gibt zwei Skigebiete:

Betelberg: Ein kleines Skigebiet mit vor allem leichten bis mittel schweren Pisten. Optimal für Familien und Leute, die gezielt etwas üben wollen. Es gibt am Haslerlift auch eine Halfpipe und einen Boardercross.
Wenn es viel Schnee hat, kann man einige sehr schöne Varianten fahren. Alternativ zur Hauptabfahrt in die Lenk lassen sich viele Tiefschneerouten unter der Gondel und an der Wallegg finden.
Besonders eindrucksvoll ist wohl die Tour vom Leiterli nach Lauenen, einem pitoresken Dorf im Tal von Gstaad. Zurück muss man dann mit Bus und Bahn. (Die Route habe ich selbst allerdings nur im Sommer mit dem Bike gemacht).

Metsch-Adelboden:Ein großes Skigebiet, dass alles bietet, was das Sportlerherz begehrt. Die Anlagen sind teils modern, teils Originale aus den Gründungszeiten des Skigebiets. Und das beschreibt vielleicht auch schon ein bissal die Atmosphäre, denn auch die Wintersportler sind kunterbunt gemischt. Manch Skifahrer scheint auch noch ein Überbleibsel aus den Gründungsjahren zu sein, manch Snowboarder ist extrem jung und cool. Mit all den “Normalos” zwischendrin gibt es eine ganz gute Mischung. Für die Snowboarder wurde übrigens eigens ein Funpark mit eigenen Lift errichtet.

Eine andere Besonderheit ist wohl die Hüttendichte. Vergleichbares kenne ich nur am Brauneck in Lenggries/Obb. Die Almen werden hier im Sommer noch von Sennern betrieben, ein unrentables Geschäft, das mehr den Traditionen entspringt wie marktwirtschaftlichen Ideen. Um den Betrieb auch für die nächsten Jahre zu sichern, ist nun im Winter in beinahe jeder Almhütte eine Jausenstation errichtet worden. Von Würstel über chinesische Nudelsuppe bis zu selbstgemachten Merenge gibt es alles, jedoch immer auf einer anderen Hütte. Einheimische haben daher meist ein ausgeklügeltes Pausensystem.

Und dann gibt es natürlich einige unglaublich schöne Varianten. Die schönste ist vielleicht die “Bumerang”. Ausgangspunkt ist der Ausstieg vom Sessellift “Chummi”. An dem Schild: “Der weisse Tote wartet auf dich” geht es vorbei und zur Kante müssen wir ein paar Meter aufsteigen. Oben gewinnt man den ersten Eindruck von der Abfahrt. Unterhalb des Ammertenhorns führt eine lange Schneise, mit einigen wunderschönen, weiten Hängen bis zum Bachbett der Simme. Die Landschaft ist atemberaubend und zugleich herrscht hier eine Ruhe, wie man sie vielleicht nur in den Bergen erlebt. An der Simme entlang, teilweise auf dem Wanderweg geht es dann hinab bis zum Gasthaus “Simmenfälle”, von dort fährt ein Skibus im halb- bzw. einstündigen Pendelverkehr.

Danke an bixi.at – bike & ski adventures

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